Die 5 größten Irrtümer beim Sprachen lernen und wie du sie vermeidest.

Die 5 größten Irrtümer beim Sprachen lernen  und wie du sie vermeidest.

Simone Dorner |

Neue Sprachen zu lernen ist nicht immer einfach. Das kann ich gut verstehen. Aber es ist möglich und jeder kann es schaffen.

In den letzten 30 Jahren, in denen ich mich damit beschäftigt habe anderen Menschen Fremdsprachen beizubringen, musste ich immer wieder Irrtümern ausräumen, die sich in den Köpfen der Teilnehmer festgesetzt hatten. 

Ich werde dir erklären, warum JEDER eine Fremdsprache lernen kann und dass es nur auf die richtige Methode ankommt und natürlich auf Motivation.


Irrtum Nr. 1:

„Man muss mindestens 30 Vokabeln am Tag auswendig lernen.“

„Lernen ist überhaupt nichts Besonderes: Hummeln lernen, Elefanten lernen, Computer lernen, doch wir verstehen. Wer etwas lernt, kann es auch verlernen. Doch einmal verstanden kann man es nicht ent-verstehen.“ Henning Beck (Neurowissenschaftler)

„Bis Montag lernst du deine Vokabeln auswendig.“ „Nächste Woche müsst ihr die ersten drei Strophen des Erlkönigs auswendig können.“

Wie oft hören unsere Kinder diese Sätze in der Schule? Wahrscheinlich nicht mehr ganz so häufig wie früher.

Wenn wir mit unseren Großeltern reden und sie nach einem Gedicht fragen, können sie mit Sicherheit sofort und ohne groß zu überlegen eins zitieren. Fragen wir Schüler der heutigen Zeit werden sie wahrscheinlich keine Antwort geben können.

Auswendiglernen ist immer noch Bestandteil unseres Lernsystems, es hat aber an Wichtigkeit verloren, deshalb lernen unsere Kinder wesentlich weniger auswendig als früher.

Vor einigen Jahren gab es am Psychologischen Institut der Purdue Universität in Indiana eine wissenschaftliche Untersuchung. Man testete verschiedene Lernsysteme. Eine Gruppe von Studenten hatte die Aufgabe einen Text zu lesen und die Informationen auswendig zu lernen. Die andere Gruppe sollte den Text ebenfalls erarbeiten, aber durch die Erstellung von Skizzen. In diese sollte das erlangte Wissen einfließen.

Man stellte überraschenderweise fest, dass die effektivste Methode Wissen zu erlangen die des Auswendiglernens und Wiederholens ist.

Also, stürzen wir uns jetzt in die Wortschatzlisten und Vokabelkisten! Lernen wir wie in guten alten Zeiten. – STOPP!

Nicht immer ist das die richtige Methode und nur allein auswendig lernen reicht oft nicht aus.

Ich erzähle euch ein bisschen aus meinen eigenen Erfahrungen. Meine Kinder sind in die Schule gekommen und sollten jetzt auf einmal jede Menge Vokabeln auswendig lernen. Was ich vom Grundsatz ja ganz gut finde, ob es allerdings sinnvoll ist 60 Vokabeln in 2 Tagen zu lernen, das mag ich mal so stehen lassen.

Es ist aber etwas ganz Interessantes passiert. Mein Sohn kam zu mir und sagte: „Mama, letzte Woche habe ich gelernt: du heißt you. Jetzt steht in meiner Vokabelliste von dieser Woche: ihr heißt you. Was stimmt denn nun?“

Und eine ähnliche Situation hatte ich mit meiner Tochter: „Mama, letzte Woche habe ich gelernt: kind heißt nett/freundlich. Aber hier in meiner neuen Vokabelliste steht: kind bedeutet Art/Sorte. Wie kann das sein?“

Tja, wie kann das sein? Es zeigt eins ganz deutlich. Auswendig lernen reicht nicht. Es ist ein Start und wichtig sich Wissen anzueignen. Aber dann muss das Verstehen einsetzen. Ich muss verstehen, dass wir das Wort kind im Kontext sehen müssen, dass wir wissen müssen, ob es als Nomen gebraucht wird oder als Adjektiv und wie wir das herausfinden.

Und wenn wir fähig sind das zu prüfen und zu erkennen, dann kann uns niemand dieses Wissen mehr wegnehmen und wir werden es auch nicht mehr vergessen.

Ich glaube an Wiederholungen und auch ans Auswendiglernen, aber wenn du verstanden hast, dann ist das der große magische Schlüssel zum Erfolg. Deshalb ist es wichtig Grammatik zu lernen, damit du verstehst wie du Sätze bilden kannst. Es wird dir nicht helfen auswendig zu lernen wie du ein Glas Cola bestellst, wenn die Cola leider gerade ausverkauft ist. Dann musst du verstanden haben wie du deinen Satz verändern kannst, um etwas anderes zu bestellen.

Wir können das Wort refrigerator (Kühlschrank) auswendig lernen. – Fertig

Wir können aber auch unser Verstehen verbessern. Klebe an deinen Kühlschrank einen gelben Merkzettel mit dem Wort refrigerator. Mache ein Foto von deinem Kühlschrank und klebe es in dein Heft. Laufe durch deine Wohnung und lege deine Hand auf den Kühlschrank, fühle das Wort refrigerator, vielleicht ist es besonders kalt.

Vielleicht erinnerst du dich auch an eine lustige Begebenheit die mit dem Wort Kühlschrank zu tun hat. Oder hast du vielleicht eine Eselsbrücke?

Ich habe Spanisch gelernt. Und ganz zu Beginn das spanische Wort für Schuhe. Es heißt zapatos. Dieses Wort hat mich sofort an einen ganz bekannten Schuhversandhandel erinnert und schon habe ich zapatos nie mehr vergessen.

Finde heraus was bei dir am besten funktioniert. Lerne zu verstehen!

 

Irrtum Nr. 2:

„Fehler zu machen ist ein Fehler“

Warum erzählen Kinder nicht von ihrer schlechten Mathearbeit? Wieso erklärt man dem Kunden, dass der Lieferant Lieferschwierigkeiten hat, obwohl man die Ware noch gar nicht bestellt hat? Warum arbeitet man lieber zwei Stunden länger, als dem Chef zu sagen, dass die Auswertung Fehler hat und man jetzt alles neu machen muss?

Es gibt darauf nicht nur eine Antwort. Vielleicht sind es schlechte Erfahrungen. Oder die Angst vor Kritik und Ablehnung. Oder der falsche Umgang mit Fehlern.

Was auch immer die Gründe sind. Wichtig ist die richtige innere Einstellung zu entwickeln. Jeder Mensch macht Fehler!

Und sie sind auch wichtig. Ganz besonders zum Lernen. Wenn ich versuche zu jonglieren und beim ersten Mal die Bälle alle fallen lasse, probiere ich es dann kein zweites Mal? Wenn ich durch die theoretische Fahrprüfung falle, weil ich nicht genug gelernt habe. Werde ich es dann nie wieder versuchen und mein ganzes Leben lang kein Auto fahren?

Wahrscheinlich ist doch, wir probieren es noch einmal. Und das ist auch richtig und wichtig so.

Wir haben etwas gelernt. Wenn ich beim Jonglieren die Bälle nicht im richtigen Moment werfe und wieder fange, wird es nicht funktionieren.

Wenn ich für die Fahrprüfung nicht lerne, werde ich die Theorie nicht schaffen und nie Auto fahren dürfen. Also, machen wir es beim nächsten Mal besser.

Was mir im Laufe der Jahre als Sprachschul-Leiterin und Dozentin aufgefallen ist: Die, die am meisten Angst haben in der Fremdsprache zu sprechen sind die Teilnehmer, die Englisch lernen. Teilnehmer der Spanischkurse oder selbst der Japanisch- oder Russischkurse kommen herein und begrüßen mich in der Fremdsprache. Es wird ausprobiert und man versucht die ersten Sätze zu bilden.

Teilnehmer der Englischkurse haben sehr häufig Hemmungen. Wenn ich offen auf sie zugehe und sie auf Englisch anspreche, weichen sie oft aus und reden Deutsch. Immer wieder höre ich Geschichten wie: Ach, wenn ich im Urlaub bin rede ich kein Englisch. Mein Mann spricht viel besser als ich. Ich will mich ja auch nicht blamieren. Oder: Auf der Arbeit bricht mir der Schweiß aus, wenn ich in ein Meeting muss und ich weiß ich soll Englisch sprechen. Meine Kollegen sind so viel besser als ich.

Ich habe mich gefragt: „Warum ist das so?“

In den meisten Schulen in Deutschland lernen die Kinder Englisch als 1. Fremdsprache kennen. In NRW sogar schon ab der 1. Klasse. Leider muss man aber sagen, dass trotz des frühen Unterrichts die Sprache am Ende meistens nicht gut beherrscht wird. Anders als zum Beispiel in den skandinavischen Ländern, brauchen wir in Deutschland die englische Sprache nicht im Alltag. Unsere Fernsehserien und Filme sind alle synchronisiert und die Menschen sprechen in den seltensten Fällen Englisch miteinander. Es gibt also keine Chance in die Sprache einzutauchen.

Gleichzeitig denken aber alle, dass jeder sehr gut Englisch spricht, nur man selbst nicht. Und das führt dann zu Hemmungen und Angst.

Warum sollten wir jetzt diese Ängste bekämpfen? Warum sollten wir lernen Fehler zu machen?

Weil Fehler uns eine Rückmeldung geben und weil wir dann Dinge verändern können und besser werden können. Verstehen wir Fehler also als Chance und nicht als Niederlage.

Lachen wir über falsch ausgesprochene Vokabeln, eine durcheinandergeratene Satzbildung, die nicht richtige Vokabel in einem Satz. Lachen lässt uns Fehler in einem anderen Licht sehen. Außerdem verbinden wir ein positives Gefühl mit unserem Fehler und beim nächsten Mal machen wir es RICHTIG! Und dann ist es Zeit für, nicht nur Lachen, sondern Freudengeheul.

 

Irrtum Nr. 3:

„Ich bin zu alt zum Fremdsprachen lernen!“

Synapsen und Neuronen – ein wildes Durcheinander

Zum Lernen ist jeder zu alt, der keine Lust hat. Manfred Hinrich

Schauen wir uns zu Beginn die Funktionsweise unseres Gehirns an. Ich versuche es auf ganz einfache Art und Weise zu erklären.

Unser Gehirn hat mehr als 100 Milliarden Nervenzellen. Sie funktionieren nach einem bestimmten Prinzip. Eine Information wird aufgenommen (durch die Dendriten) dann wird sie verarbeitet (im Zellkörper) und weitergeleitet (durch das Axon). Am Ende des Axons gibt es die Synapse. Diese stellt einen Kontakt her zur nächsten Nervenzelle (Neuron).

Wenn ein Baby auf die Welt kommt sind noch nicht so viele Nervenzellen miteinander verbunden.

Im Laufe der nächsten Zeit (und das geht zu Beginn sehr schnell) verbinden sich die Nervenzellen miteinander. Besonders in den ersten drei Jahren entsteht ein festes Netz, mit starken Synapsen.

Immer dann, wenn das Kind etwas Neues lernt werden Nervenzellen miteinander verbunden. Nach dem dritten Lebensjahr kann man feststellen, dass das Kind nicht mehr so schnell lernt wie vielleicht zu Beginn. Das liegt aber nicht daran, dass das Gehirn langsamer wird, sondern daran, dass das Kind zuerst auf schon bestehende Strukturen zurückgreift. Also auf all die Dinge, die es bis dahin gelernt hat.

Lernen wir etwas Neues prüft unser Gehirn zuerst, ob es vielleicht bereits Erfahrungen gibt mit dem scheinbar neuen Lernstoff. Danach wird die neue Information in das schon bestehende Netz zugeordnet. Es entstehen neue synaptische Verbindungen.

Jetzt kann man sich vorstellen, je älter ein Mensch wird, je mehr Erfahrungen hat er und je mehr wird das Gehirn prüfen wo und wie es die neuen Informationen in das Netz der Nervenzellen integriert. Das Gehirn wird also im Alter nicht langsamer, sondern es werden eine große Anzahl an miteinander verknüpften Zellen aktiviert.

Je öfter wir bestimmte Lernprozesse wiederholen, je stärker werden die Synapsen und umso leichter werden wir auf neu gelernte Dinge zurückgreifen können. Das bedeutet: Wir sollten häufig üben, nicht lang. Wenn wir uns öfter mit dem neuen Lernstoff beschäftigen, werden wir feststellen, dass es immer leichter wird, weil unser „Netzwerk an Verbindungen“ viel schneller aktiviert werden kann.

Jetzt gibt es noch den Hippocampus. Dieser ist auch ein Teil des Gehirns und nicht nur mit unserem Gedächtnis verbunden, sondern auch mit unseren Emotionen. Informationen werden bewertet, bevor sie ins Langzeitgedächtnis übergehen. Alles was wir lernen bewerten wir nach gut und schlecht. Wenn uns langweilig ist beim Lernen, weil wir vielleicht die gleichen 20 Vokabeln zum 30ten Mal lernen, dann hat auch der Hippocampus keine Lust die Informationen zu verarbeiten. Deshalb ist es besser die Übungen beim Lernen immer wieder zu variieren.

Man kann neue Grammatik lernen, indem man immer wieder versucht Sätze zu schreiben. Vielleicht probiert man aber auch mal einen Hörverständnistext aus oder einen Lückentext, oder eine mündliche Übung.

Kommen wir noch zum Spaß beim Lernen. Wenn wir glücklich sind wird im Gehirn ein Botenstoff gebildet, der nennt sich Dopamin. Er ist für die Kommunikation der Nervenzellen zuständig und vermittelt ein positives Gefühlserlebnis.

Wenn wir eine neue Sprache lernen, sollten wir uns kleine Zwischenziele setzen, die man erreichen kann. Wir können stolz sein, wenn wir diese Ziele erreicht haben, dann schüttet unser Gehirn Dopamin aus und ist viel offener Neues zu lernen.

Es geht also im Alter nicht in erster Linie darum, dass unser Gehirn langsamer wird. Beim bewussten Lernen von Wortschatz und Grammatik können Erwachsene mit der richtigen Methode oft genauso schnell oder sogar schneller vorankommen als Kinder – nur bei der Aussprache haben jüngere Lerner meist einen kleinen Vorteil.

Bauen wir den neuen Lernstoff in unsere Erfahrungen ein und suchen wir uns Spaß und Freude, dann lernen wir auch im Alter noch jede Fremdsprache die wir möchten.

 

Irrtum Nr. 4:

„Das kann ich mir nie und nimmer alles merken!“

Eine Flut an Informationen erreicht jeden Tag unser Gehirn. Gehen wir fünf Minuten durch die Stadt, begegnen uns viele Eindrücke: die rote Ampel an der wir warten, der hupende Autofahrer neben uns, die alte Dame mit dem lustigen Schal, der Wind in den Blätter des Baumes auf der anderen Straßenseite, vom Imbiss erreicht uns der Geruch frisch gebratener Wurst, das Gefühl der ersten Regentropfen auf unserer Haut.

Wir nehmen all das unbewusst auf und unser Gehirn entscheidet nun, ob die einzelne Information wichtig genug ist, um gespeichert zu werden.

Das ist wie ein Sieb, wir schütten oben etwas herein und nur die wichtigsten Sachen fallen in den Topf darunter.

Dieses erste Sieb nennt sich Ultra-Kurzzeit-Gedächtnis. Es verarbeitet viele, viele Information, aber vergisst sie auch nach Sekunden wieder, also kurz bevor sie uns bewusst werden können.

Sollte eine Sache wichtig genug sein, schafft sie es tatsächlich durch das Sieb und landet in unserem Kurzzeit-Gedächtnis.

Einmal angekommen, kann sie einige Sekunden oder Minuten dort verweilen, bevor sie entweder vergessen wird oder einen Platz im Langzeitgedächtnis bekommt.

Du kennst bestimmt dieses Spiel aus deiner Kindheit. Viele verschiedene Gegenstände werden unter eine Decke abgelegt. Dann hebt man die Decke für eine Minute und merkt sich so viele Sachen wie möglich. Man versucht also die Dinge im Kurzzeit-Gedächtnis zu speichern. Vielleicht ist es dir nicht aufgefallen, aber es werden immer so ca. 7 Sachen sein, +/- 2. Teste es aus.

Wofür brauchen wir diesen Teil unseres Gedächtnisses? Na zum Beispiel zum Kopfrechnen. Wir müssen für eine kurze Zeit Informationen speichern, die aber nicht ins Langzeitgedächtnis gehören, damit wir eine Aufgabe lösen können. Oder auch zum Lesen. Wir werden das Buch nicht auswendig können, aber es ist schon wichtig zu wissen wie der Satz angefangen hat, damit er am Ende einen Sinn ergibt.

Je mehr wir uns auf die Dinge im Kurzzeit-Gedächtnis konzentrieren, je leichter wird es die Informationen im Langzeit-Gedächtnis abzuspeichern.

Jetzt wissen wir was in unserem Gehirn passiert, wenn wir eine Information aufnehmen. Was können wir also tun, damit die vielen Vokabeln im Langzeitgedächtnis landen und nicht schon vorher vergessen und aussortiert werden.

Das Zauberwort heißt: Dopamin!

Dopamin, das hatte ich ja schon gesagt, ist ein Glückshormon unseres Körpers. Es vermittelt zwischen den Nervenzellen und fördert die Weitergabe von Impulsen.

Einfach ausgedrückt heißt das: Je glücklicher wir sind, desto mehr lernen wir.

Was macht uns glücklich?

Schaffe dir also erst einmal eine attraktive Lernatmosphäre, also eine Umgebung in der du dich wohlfühlst. Ordne den Lernstoff in kleine Einheiten, die du auch schaffen kannst und ganz wichtig überlege dir eine Belohnung. Die Aussicht auf eine Belohnung lässt unser Gehirn überfluten mit Freude und Glück. Es wird jede Menge Dopamin ausgeschüttet und das lässt unser Gehirn bereitwilliger neue Informationen aufnehmen.

Das Gleiche funktioniert übrigens auch bei negativen Erfahrungen. Aber die wollen wir beim Lernen ja nicht.

Wenn du bis hierher aufmerksam gelesen hast, dann weißt du jetzt, dass Nervenzellen miteinander durch Synapsen verbunden sind und dass an diese Signale übertragen werden. Je stärker dieses Signal ist und je häufiger dasselbe Signal kommt, je besser kann sich die Nervenzelle erinnern.

Also, lerne jeden Tag, 10 bis 15 Minuten. Das reicht völlig aus und du wirst schneller Fortschritte machen, als stundenlang zu büffeln und doch nichts im Kopf zu behalten.

DESHALB! Ja, man kann sich die ganzen Vokabeln und Regeln merken. Man muss nur wissen wie. Und das weißt du ja jetzt.

Irrtum Nr. 5

„Ich will! Aber ich kann nicht! Und dann schaffe ich es auch nicht!“

„Mach es wie die Briefmarke. Sie sichert sich den Erfolg durch die Fähigkeit an einer Sache festzuhalten bis sie ankommt.“ Josh Billings

Du willst also eine neue Sprache lernen? Was könnten die Gründe dafür sein?

Vielleicht bewirbst du dich auf eine Stelle und die wollen unbedingt sehr gute Französischkenntnisse. Möglicherweise wurde deine Firma aufgekauft von einem amerikanischen Unternehmen und dein Chef hat allen Mitarbeitern nahegelegt ihr Englisch zu verbessern.

Oder ist es eher anders. Du bist großer Japan-Fan, liebst Mangas über alles und jetzt fehlt nur noch die japanische Sprache?

Du fährst jedes Jahr nach Spanien und möchtest endlich ins Gespräch kommen mit den Menschen.

Es gibt viele verschiedene Motivationsgründe, aber schauen wir uns an woher Motivation denn kommt.

Wir sind motiviert etwas zu tun, weil wir es wollen. Es kommt aus uns selbst. Wie die Marathonläufer, die mit ihrer Bestzeit ins Ziel kommen wollen.

Oder der Maler, der es liebt Landschaften und Menschen auf ein Blatt Papier zu bringen. Er freut sich über die Zeit, die er mit seinem Hobby verbringen kann.

Beide sind motiviert, weil sie wissen sie machen etwas gern, es ist ihr freier Wille es zu tun. Sie selbst entscheiden wie und wann und was sie machen.

Wir nennen diese Art von Motivation intrinsisch. Eine Motivation, die aus uns selbst kommt.

Stellen wir uns vor, unser Chef bietet uns eine Gehaltserhöhung an, wenn wir noch ein Seminar besuchen zum Thema Buchhaltung. Natürlich sind wir motiviert an dem Seminar teilzunehmen. 

Oder erinnerst du dich noch an die Schulzeit? Die Angst vor einer schlechten Note oder davor den Test nicht zu bestehen? Vielleicht waren das Gründe, damit du doch noch etwas gebüffelt hast.

In beiden Fällen kommt die Motivation nicht direkt aus uns selbst. Die Gründe sind andere. Vielleicht die Aussicht auf mehr Geld oder die Vermeidung von Strafe.

Diese Art von Motivation nennen wir extrinsisch. Eine Motivation, die von extern zu uns kommt.

Wie du dir vorstellen kannst ist es natürlich einfacher, Dinge zu erreichen, wenn die Motivation aus uns selbst kommt. Möchtest du eine neue Sprache lernen, weil du selbst Spaß daran hast? Dann brauchst du wahrscheinlich gar nicht so viel Aufwand, um dein Vorhaben umzusetzen.

Möchte jemand anderer, dass du eine neue Sprache lernst, so wie z.B. dein Chef, der dich in den firmeninternen Englischkurs setzt, weil jetzt bald vermehrt ausländische Kunden anrufen werden. Du aber eigentlich den Schreibtisch voller Arbeit hast und sowieso deine Sekretärin die englischen Anrufe machen lässt. Da wird es dann schwieriger mit der Motivation.

Egal welche Reize dich dazu bringen eine neue Sprache zu lernen, Motivation ist der Schlüssel zum Erfolg. Sie gibt uns Kraft. Behalte also im Auge was dich antreibt. Was ist dein Ziel? Wo soll es hingehen? Kommt die Motivation aus dir selbst? Hast du Spaß am Lernen? Oder hast du Lust auf die Gehalterhöhung die dir am Ende winkt? Wichtig ist sich von Zeit zu Zeit bewusst zu machen woher denn unsere Motivation kommt, dann wissen wir auch wieder warum wir etwas tun.

Jetzt noch ein paar kleine praktische Tipps, die dir helfen bei deiner Umsetzung.

Mache dir einen Plan. Ja genau, so richtig mit Papier und Stift. Schreibe dir kleine Teilschritte auf. Wann möchtest du was geschafft haben. Das kann sein: Nächten Sonntag kann ich die 10 neuen Vokabeln auswendig. Am Ende des Monats habe ich Lektion 1 abgeschlossen. Nach zwei Monaten traue ich mich an mein erstes fremdsprachiges Telefonat. Oder was auch immer gerade wichtig für dich ist.

Ich hatte ja schon gesagt, dass es besser ist jeden Tag ein bisschen zu lernen, als an einem Tag mehrere Stunden. Deshalb schreibe dir genaue Zeiten auf, wann du am Tag lernen willst. Erhöhe den Druck für dich selbst. Trage die Zeit als festen Termin in deinen Kalender ein.

Mache dir eine Wochenliste. Sie könnte so oder so ähnlich aussehen:

Nach jeder Lerneinheit hakst du die Aufgabe ab. Oder du nimmst einen dicken, schwarzen Stift und streichst sie durch. Es wird dir sofort ein Glücksgefühl geben, dass du die Aufgabe für heute geschafft hast. Glaubst du nicht? Probiere es aus. Und am Ende der Woche siehst du deinen Erfolg noch deutlicher. Überlege dir eine Belohnung für den Sonntag. Was machst du, wenn du es geschafft hast? Eis essen mit Freunden? Einen Stadtbummel? Einen Videoabend? Einen Saunabesuch?

Du wirst etwas finden, ich bin mir sicher. Du willst, du kannst und du schaffst es auch.

Fazit:


Jetzt kann es losgehen.

- Lerne auswendig, aber setze die Dinge in den Kontext und wichtig: Verstehe was du da lernst.

- Mache viele Fehler, lache darüber und versuche es beim nächsten Mal erneut. Solange, bis du es richtig machst.

- Übe jeden Tag 10 Minuten und nicht einmal in der Woche 2 Stunden.

- Variiere deine Übungen und vergiss die Belohnung nicht, denn wir brauchen Glückshormone zum Lernen.

- Erstelle dir einen Lernplan und halte dich daran, er hilft dir deine gesetzten Ziele zu erreichen.

Fang an! Nutze das Wissen, das du jetzt hast. Lerne die Fremdsprache die du dir wünschst. Ich wünsche dir viel Erfolg und jede Menge Motivation.


Hast du Fragen? Dann schreib doch eine E-Mail an kontakt@edifoc.de.

Möchtest du noch mehr zum Lernen erfahren? Dann melde dich jetzt für unseren Newsletter an und verpasse keine neuen Tipps, Kurse und Angebote mehr.

Zum Newsletter anmelden

Einen schönen Tag und see you soon!

Simone Dorner

 

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen.